Billard als Kunst?

Man kann Billard einfach als ein Spiel zur Freizeitgestaltung betreiben. Das ist legitim, sehr gesellig, überaus unterhaltsam und macht jede Menge Spaß. Doch da ist mehr.

Man kann Billard auch als die Kunst betrachten, an der man ein Leben lang wachsen und sich selbst besiegen kann. Wie beim Bogenschießen, beim Kung-Fu oder anderen Kampfkünsten. Auch beim Bogenschießen schießt man heute vornehmlich auf Zielscheiben. Billard ist nur eine noch kultiviertere Art der Auseinandersetzung zwischen zwei Gegnern. Anstatt mit den Holzstöcken, Schwertern oder Pfeilen gegenseitig aufeinander einzuschlagen geht man den eleganten Umweg über bunte Kugeln. Dabei ist die Auseinandersetzung kein bisschen weniger ernst als beim Kendo oder Boxkampf. Es gibt in jedem Match einen Gewinner und einen Verlierer. Genau einen.

Darüber hinaus enthält Billard alles, was zu einer ordentlichen Kampfkunst gehört: Technik, Partnerübungen, Wettkampf, vordefinierte Formen und eine Geisteshaltung. Die Kunst zu meistern ist ein lebenslanger Weg, sie ist komplex, und der Erfolg abhängig vom Zustand unseres Geistes.

Fragt man einen Karateka, was er denn erreichen möchte, dann ist die Antwort selten "ein Deutscher Meistertitel".

Diese Seite richtet sich an all diejenigen, die auf die Frage, was sie beim Billard denn gerne noch erreichen möchten, am liebsten antworten würden:

"Ich möchte einen schwarzen Gürtel!"

Gwenn, Januar 2012