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Ein ganz durchschnittliches Wochenende

Posted by Gwenn on Monday, August 23. 2010
Freitag Abend. Nach einer arbeitsreichen Woche treffe ich mich noch mit einer logopädisch geschulten Gesangslehrerin, nach meinem Umzug hatte ich mich darum noch nicht gekümmert. Gegen 21 Uhr falle ich schließlich nach einem kleinen Salat ins Bett und schlafe bei zwei Folgen Navy CIS ein.

Samstag Morgen. Ich will ausschlafen. Die Wohnung jedoch auch in Ordnung gebracht werden. Ich wechsle zwischen Spüle, Kaffee mit Laptop, Staubsauger, Kaffee mit Laptop und Wäschekorb, Kaffee mit Laptop. Zwischendurch erfahre ich, dass die Musikanlage des Hotels, in dem ich mit zwei Geigern am nächsten Wochenende ein Klaviertrio spielen darf, alles andere als vertrauenserweckend, und schon gar nicht ausreichend interfacebar ist. Zumindest dann nicht, wenn man ein Klaviertrio dazu verwenden möchte, Tanzmusik für eine Hochzeitsgesellschaft mit Motto spätes 19. Jahrhundert zu spielen. Kurzes Telefonat mit Kurt, um festzustellen, ob sich für's nächste Wochenende eine kleine Bühnenanlage und ein paar Mikros leihen lassen.

Ein schnelles Spätstück, ein paar E-Mails, und los nach Karlsruhe, ins Tonstudio. Es wollen auch noch zwei Stücke vorbereitet werden. Sonntag ist Probe. Mein Flügel hat mich Wochen nicht gesehen. Noch zwei Sätze für's Keyboard rausschreiben, neu instrumentieren und Sound Setups vorbereiten. Drei belegte Brote für einen Tag, ich muss an meiner Ernährung arbeiten. Etwas Klavierüben für's nächste Wochenende, und Probe vorbereiten. Gegen 24 Uhr im Bett, hundemüde.

Kann nicht schlafen. Wälze mich von rechts nach links und wieder zurück. Zu warm unter'm Dach. Zu kühl ohne Decke. Zu warm, zu kalt, zu unbequem, zu ... Zehn uhr morgens. Frühstück. Kaffee. Brötchen. Augenringe.

Mom's neuer Scanner. Hotkeys tun nicht. Java Update fehlgeschlagen. Windows update fehlgeschlagen. Just plain fehlgeschlagen. Warte Äonen auf $irgendwas auf diesem etwas rustikalen XP. Windows Updater zweifelt Echtheit dieses echten XPs an. Manueller Check. Echtheit bestätigt. Updater sieht wieder Updates. Installiert immer noch nix, dafür diesmal mit Fehlermeldung. Scanner funktioniert. Hotkeys sind eingerichtet. Tun immer noch nix. Den Rechner nochmal booten, für Updates. Mist. Ich muss los, mein Programm nochmal spielen. Um 15 Uhr ist Probe ... Tonstudio. Nochmal Kaffee. Soundsetups klingen auch heut noch akzeptabel. Gut. Konzentriertes Üben. gegen 14:45 ab nach Durlach. Proberaum nach Wasserschaden in extrem desolatem Zustand. Gegen Erwartungen ist Raum trotz entfeuchtern immer noch tropisch. Extreme Schimmelbildung, unglaublicher Gestank. Meine Allergie meldet sich schlagartig, nach 2 Minuten belegte Stimme. Also keine Probe, sondern alle Geräte raus aus dem Raum. Und das flott.

Band-Krisensitzung. Nicht nur wegen "unter Wasser". Sängerin "Land unter", keine Zeit zum Proben. (... Band sucht Proberaum und Sängerin (Sopran oder Mezzo) für Symphonic Metal. Für 'nen guten Tenor spielen wir auch Prog.). Schwüle Rheinebenenhitze. Oder liegt's an diesem tollen Sonntag? Nach der Krisensitzung zurück ins Studio. 18 Uhr. Üppiges Sonntagsmahl aus der Styro-Schachtel vom China-Imbiss. Irgendwas mach ich falsch. Mahlzeit auf der Studio-"Großbaustelle". Aushilfen haben Kabel konfektioniert, morgen werden dort nach größerem Umbau Patch-Bays installiert. Sehe mir mit Kurt die Multicores zwischen den Aufnahmeräumen an. Die Anzahl der (glücklicherweise doch noch) überstehenden Litzen schwankt ähnlich vehement wie die Länge der abisolierten Kabelenden.

KREISCH

Bewaffnung mit Messer, Abisolierzange, Lötkolben und Lötzinn. Großzügig abschneiden, was zu retten ist. Noch großzügiger abschneiden. 3 x 28 x 3 Adern in 3 Räumen neu freilegen und verzinnen. Wage einen Blick auf die Aushilfen-Wunderwerke an den anderen Enden mit D-Sub 25 Steckern.

KREISCH

Eine Aushilfe, 6 Stunden, ein D-Sub 25 Stecker fertig angelötet. WTF?! Sehe mir die übrigen Kabel an. Weiß nicht, für welche Lötfahnen die restlichen Kabel konfektioniert wurden. Vermute Starkstromtechnik. Oder größeres.

KREISCH

Weitere 3N Adern großzügig abschneiden, neu freilegen und verzinnen. Drei D-Sub 25 inklusive Kabelkonfektionierung, gemächlicher Unterhaltung mit Kurt, einem Abendbierchen (wie hält man das sonst aus?) in anderthalb Stunden, mit Prüfung, ohne vergessene oder gebrochene Adern. Schraube zur Sicherheit den ersten, von $Aushilfe fertiggestellten Stecker auf.

KREISCH

Streiche, drei, setze vier Stecker. Entferne die Kabelenden vorsichtig mit $Lötkolben von $Stecker, insofern sie mir nicht schon von selbst entgegen fallen. Finde bei 7-drahtiger Litze an den Lötfahnen alle Drahtanzahlen vor. Nächstes WTF. Schneide Kabel großzügig ab. Wieder 3N Adern konfektionieren, verzinnen. Ich nehme mir vorsichtshalber einen neuen D-Sub. Frau weiß ja nie ...

24:00. Ferddich. Stecker und Kabel vorbereitet. Morgen können die restlichen Patchbays installiert werden. Am Wochenende wird dort aufgenommen, dann muss Technik stehen.

A propos Wochenende. Zurück zu meinem Wochenende. Musikanlage für Hochzeitsfeier. Verlade PA-Boxen, Mikros, Kabel und Stative in mein ohnehin überfülltes Gefährt (-->Wasserschaden).

0:45 Nochmal kurz bei Mom vorbei, hatte dort noch was von der Nacht stehen. Mom noch auf. Warum das so lange dauern musste. Und wo ich überall helfen könne, außer wenn ihre Scanner-Hotkeys immer noch nicht funktionieren. Okaie. Weltuntergang. Weltuntergänge haben $SLA_tagsüber. Definitionssache. Packe meine Siebensachen zu meinem Frust und mache mich auf den Weg nach Darmstadt.

2:00 Home sweet home. Ausladen :-( Ohne das halbe Haus zu wecken. Stelle fest, dass nach dem Bremsen $Laptop-Tasche genau auf $PA-Lautsprecher gerutscht war.

KREISCH

2:30 Bett. Laptop. Funktioniert. Durchatmen. Ein letzer E-Mail-Check. Oh, ein erster, heute, ist ja Sonntag, da ist selten Zeit ...

WLAN ausgefallen. Fritz Box Reboot. Immer noch keine IP zugewiesen. DSL down.

KREISCH

Krieche in meinen Telco-Schrank. Harter Kabelraus-Reset an der Leitung, um einen Reset der Gegenstelle zu erzwingen.

3:00 Sync. Yippieh. Bett. Laptop. E-Mail. Vielleicht ... noch ein kleiner Blogeintrag von so einem ganz durchschnittlichen Wochenende.

In ein paar Stunden, ich seh's schon kommen:

"Ich hasse Montagmorgen."

Und gnad Gott falls nächstes Wochenende jemand sagt: "Du hast doch 2 Wochen Zeit gehabt ..."

PS: Lieber Auftraggeber: Falls Du dies liest und ich noch nicht da bin, ist höchst wahrscheinlich ein Meteorit auf meinen Wecker gefallen. Oder er wurde von $Aushilfe gefertigt.

Die andere Seite des Urknalls

Posted by Gwenn on Friday, August 13. 2010
Am Freitag den 13. mal wieder ein wenig Science Fraction für's Wochenende. Inspiriert durch Supernova 1987A, die dabei ertappt wurde, wie sie sich erdreistete, ihr Material in ganz unsymmetrischer Manier in den Raum zu schleudern.

Reframen wir dieses herrliche Bild doch einmal in einen Big Bang. Immerhin sehen diese Trichter und das übliche Horizontproblem erschreckend ähnlich aus. Zumindest, wenn wir für eine Sekunde mal die zweite Seite vergessen. Vielleicht können wir auf Basis von Selbstähnlichkeit hier doch noch zu unserem Universe-in-a-box finden. Dass Aufgrund von Lichtgeschwindigkeit und Ausdehnung unseres Universums es Regionen gibt, deren Kausalität sich nicht überschneidet, da Ereignisse der einen Sphäre die andere niemals erreichen können, darüber sinnierte ich ja bereits.

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Der Himmel stürzt ein

Posted by Gwenn on Wednesday, July 28. 2010
Ich wollte grade verbloggen, wie toll doch die Platanen von ihrem kompletten Zurückschneiden inzwischen schon gewachsen waren (Foto vom Wochenende), als ich draußen den unglaublichsten Wolkenbruch sah, seit ich hier eingezogen bin.

Ein Klick auf das Bild bringt Dich zur Galerie mit den "Nachher"-Bildern.


Irrtum: Prozesspläne sind keine Flussdiagramme

Posted by Gwenn on Tuesday, July 27. 2010
Mir scheint, unsere Ingenieurs- oder Informatikerbrille hat nicht immer zu mehr Durchblick, sondern an manchen Stellen einfach nur zu mehr Verdunkelung geführt. Verdunkelung dessen, was sich hinter den "Kästchen und Linien" verbirgt. Sie sind das Handwerkszeug des Informatikers wie des Prozessingenieurs. Wir haben so viele von diesen Bildchen gesehen, die abstrakte Kästchen mit Linien verbinden, dass wir sie schon fast nicht mehr sehen können — egal ob nummeriert, mit Krähenfüßen, Diamanten oder anderen Enden versehen, egal ob Rechtecke, Rauten, Kreise oder kreativere Formen. Am Ende stellt sich immer dasselbe Gefühlsgehudel von Entitäten und einem zwischen ihnen gültigen Beziehungsgeflecht ein. Mal als gerichteter Graph, mal als Baum, oder ganz ungeordnet als Netzwerk.

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Affen in der Wirtschaft

Posted by Gwenn on Thursday, July 22. 2010
Die Menschen sind eine Gruppe von Lebewesen auf der Erde, die sich behaupten konnten. Deshalb behaupten konnten, weil sie im Gegensatz zu vielen anderen wenig angepasst, wenig spezialisiert, also flexibel sind. Sie haben ihre Fähigkeiten, und damit Handlungsoptionen permanent erweitert. Früher ging man davon aus, dass der Mensch eine Form der Spezialisierung wäre, innerhalb eines aus den Menschenaffen hervorgehenden Stammbaums. Inzwischen — für viele beruhigend — zwingt uns die Wissenschaft dazu, die klassische Entwicklung von gebückt nach aufrecht aufzugeben. Vielmehr erscheint es so, dass der Neandertaler und die Menschenaffen Seitenentwicklungen sind. Seitenentwicklungen, die stärker spezialisiert sind. Einige davon sind ausgestorben, andere davon bedroht.

Der Mensch ist ein Generalist par excellence:

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Ob diese Botschaft so gluecklich gewaehlt ist ...

Posted by Gwenn on Tuesday, July 20. 2010
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Verbrecherfoto

Posted by Gwenn on Tuesday, July 20. 2010
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